Timo Drollinger und Tatjana Schäfer

Hamelns neue Strandbar: Das sind die Köpfe hinter „The Heach“

Timo Drollinger und Tatjana Schäfer sind die Menschen hinter Hamelns neuer Strandbar „The Heach“. Für ihr Herzensprojekt gehen sie ein hohes Risiko ein. Wie die Betreiber ticken, welchen Spezial-Cocktail es bald geben soll, was Timos Markenzeichen geworden ist: das Duo im Doppel-Portrait.

 

Timo Drollinger setzt sich auf die Bierzeltbank – und nimmt einen Schluck von seinem Latte Macchiato. Kurze Pause. Zurzeit sind er und Tatjana Schäfer fast rund um die Uhr in ihrer neuen Strandbar „The Heach“ am Weserufer in Hameln. „Wir sind morgens früh da und schließen die Tür abends ab“, erzählt Timo im Gespräch mit HamelnR. „Aber wir haben uns natürlich schon eine Relax-Liege für die Mittagspause aufgebaut.“ Netter Arbeitsplatz.

Ein eingespieltes Team: Tatjana und Timo.

Seit Anfang Juni gibt es die neue Strandbar nahe der Rattenfängerhalle. „The Heach“, eine Wortneuschöpfung aus „Hameln“ und „Beach“, war direkt der erste Vorschlag bei der Namensfindung. Timo und Tatjana legen ein hohes Tempo vor. „Wir haben in vier Wochen das Konzept erstellt und in vier Tagen aufgebaut“, erklären sie. Dabei war das Team, das zur „Watt am Ohr Veranstaltungstechnik“ gehört, für das Jahr längst ausgelastet. Eigentlich. Mit dem Hamelner Handbrot, das es auf dem Weihnachtsmarkt gibt, hatten sie zuletzt einen Stand in Paris, waren auf der Expo Plaza in Hannover. Jetzt also die lang ersehnte Beach Bar.

Timo liebt das Fliegen, Tatjana studiert eigentlich noch in Essen

Timo ist Fluglehrer.

„Wir machen Sachen, die nicht so alltäglich sind“, sagt Timo und meint zum Beispiel den Pflasterfest-Tower: Auf einer Erhöhung legt dort ein DJ auf, unten gibt es Cocktails. Über den Tower lernte Timo vor zweieinhalb Jahren Tatjana kennen: „Es ist schön, jemanden zu kennen, der den gleichen Drive hat, was aufbauen zu wollen“, lächelt die 23-Jährige. Eigentlich studiert sie noch in Essen. Zurzeit wohnt sie für die Strandbar aber bei ihren Eltern in Hameln. Timo hat sich ebenfalls bei seinen Eltern einquartiert. Sonst wohnt er in Hannover – in der Nähe vom Flughafen. Dort hat er eine Flugschule.

“Du bist in der Luft für dich”

Timo liebt das Fliegen, ist seit Jahren Pilot und Fluglehrer. Was ihn daran begeistert? „Dass du die Welt aus einer anderen Perspektive siehst. Du bist in der Luft für dich.“ Mit Tatjana ist Timo bislang noch nicht geflogen. Dafür befinden sie sich jetzt mit ihrem Projekt im Höhenflug. „Wir machen das alles aus Leidenschaft, wollen, dass jede Kleinigkeit stimmt“, meint Tatjana: „Wir wollen eine Erholungsoase mit schönen Lichtern und schöner Musik, eine Auszeit-Atmosphäre schaffen.“

Tatjana studiert eigentlich noch in Essen.

Timos Markenzeichen: der Strohhut

Als Timo 16 Jahre alt war, legte er zum ersten Mal als DJ auf einem Geburtstag einer befreundetetn Familie auf. Es lief gut. Viele Partys und Hochzeiten sollten folgen. „Watt am Ohr“ entwickelte sich und Timo studierte BWL in Wilhelmshaven. „Leben, wo andere Urlaub machen“, stand auf seinem Mietvertrag. Urlaubsfeeling will er seinen Gästen jetzt in der Strandbar vermitteln. Der Strohhut mit dem schwarzen Band ist inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden. Passt ja auch.

In der Strandbar fühlt sich Timo inzwischen wie zuhause.

Während wir sprechen, kommt ein Techniker vorbei. Der Fernsehempfang muss noch eingerichtet werden. In der Beach Bar sollen Besucher alle Spiele der Weltmeisterschaft live schauen können – natürlich in Urlaubsatmosphäre. Ein anderer Techniker braucht eine Unterschrift. Er hat die Kaffeemaschine repariert. „Ich bin jeden Tag noch lieber hier, weil es sich immer weiterentwickelt“, freut sich Timo. Weitere Himmelbetten sollen dazukommen. Und es soll noch mehr Liegestühle geben. „Wir sind noch lange nicht fertig mit unseren Ideen“, verspricht der Betreiber.

Wie im Urlaub: 200 Tonnen feiner, weißer Sand

Timo und Tatjana im Gespräch mit HamelnR.

Innerhalb von vier Tagen haben Timo, Tatjana und das Team die Beach Bar hochgezogen. Sie haben 200 Tonnen feinen, weißen Sand aufgeschüttet, der das „Malediven-Feeling“ vermitteln soll. Sie haben die Bar und das große Zelt aufgebaut. Sie haben Liegestühle, Bierzeltgarnituren und Pflanzen aufgestellt. Zum Team gehören unter anderem eine Tischlerin und ein Zimmermann. Eine Grafikerin arbeitet im Hintergrund. Hinzu kommen Servicekräfte. Barkeeper Kai hat jahrelang auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet.

“Eine gut ausgewogene Mischung von Know-how, Wahnsinn, Mut und Können”

Timo sagt: „Es ist eine Ehre, sowas hier machen zu dürfen.“ Für Planungsgespräche saß er vor wenigen Wochen im Rathaus. Es ging um eine Großveranstaltung am Weserufer. „Da wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen können, so ein Konzept umzusetzen“, erzählt der 36-Jährige. Er weiß aber auch um die Risiken: „Es gehört eine gut ausgewogene Mischung von Know-how, Wahnsinn, Mut und Können dazu.“ Nicht nur das Wetter, auch das Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der WM können ein Risiko in Sachen Besucherzahlen darstellen. Hohe Investitionen sind erforderlich. „Wir sind aber sehr überzeugt davon, dass das Projekt fliegt“, ist sich Timo sicher.

Timo sagt: “Wir sind überzeugt davon, dass das Projekt fliegt.”

Für regnerische Tage sind die Betreiber jetzt ohnehin gewappnet. Demnächst gibt es den Cocktail „Rainy Day“, eine Eigenkreation. Bis Ende August wird „The Heach“ auf jeden Fall geöffnet bleiben. Die Option für einen weiteren Monat besteht. Nächstes Jahr dürfen Timo Drollinger und Tatjana Schäfer bereits ab Mai eröffnen. Bis dahin geben sie alles für Hamelns neue Urlaubsoase …

 

Text: Moritz Muschik / MoritzMuschik.de

Fotos: Christian Manthey / Hameln-Fotografie.de

 

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