Die Plätze sind fertig, die Saison wurde beim Deutschen Tennisverein Hameln (DTH) schon am Samstag eröffnet, jetzt heißt es wieder: mit weißen Socken hin, mit roten zurück. Über zehn Sandplätze verfügt Hamelns größter Tennisverein auf seiner Anlage nahe Töneböns Teichen bereits, künftig könnten es, wenn sich alle einig werden, noch mehr sein. Neue Trendsportarten, Klimawandel samt kommunaler Reaktion und häufig belegte Plätze haben die Überlegungen vorangetrieben, zu erweitern.
Axel Rojzcyk ist erster Vorsitzender des Vereinsvorstands und hatte in seinem Grußwort im jüngsten Vereinsheft „Aufschlag“ auf die Herausforderung hingewiesen: „Die Bewässerungsproblematik unserer Plätze bleibt ein großes Thema.“ Zur Erinnerung: Die Stadt Hameln hatte, so wie auch der Landkreis, im vergangenen heißen Sommer eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der zwischen 11 und 19 Uhr kein Wasser unter anderem aus Leitungen zum Wässern verwendet werden durfte. Die Folge für Tennis- und Reitvereine waren: knochentrockene, staubige Plätze, und der Umstand, dass letztlich beim DTH deutlich mehr Wasser verbraucht wurde als ohne diese Regelung.

Der Gedanke an alternative Platzbeläge, die kein Wasser benötigen, drängte sich bei Tennisvereinen auf, auch beim DTH. Einen Sandplatz in einen Hartplatz umwandeln, wäre eine Möglichkeit. Oder Neubau? „Wir haben ja gar keine Möglichkeit zu erweitern“, nennt Rojzcyk das Gegenargument, das die Überlegungen schnell flankierte. Bis der Gedanke an den Nachbarn kam.
„Hinter den Plätzen eins bis vier“ liegt eine Wiese, „die gar nicht genutzt wird“. Laut Rojzcyk gehört die Fläche zum Südbad, das von der Aquasport GmbH betrieben wird. Eigentümer des Grundstücks ist die Tönebön Stiftung, die Stadt Hameln ist Erbbauberechtigte, und die Aquasport GmbH hat es von der Stadt gepachtet. Details, Kosten, Zeitplan sind Gegenstand noch zu führender Gespräche mit mehreren Beteiligten. Grundsätzlich haben sich die Ansprechpartner nach Rojzcyks Schilderung aber offen gezeigt. Was also hat der DTH dort vor?
Padel und Pickleball für Hameln
„Wir würden gerne zwei Padel-Plätze bauen“, und eine weitere Fläche für „drei, vier Pickleball-Plätze“ nutzen. Padel und Pickleball sind zwei Sportarten, die ebenfalls mit Ball, übers Netz und mit Schläger gespielt werden, allerdings ohne Bespannung wie bei Tennisschlägern und auf einem Belag, der nicht gewässert werden muss. Padel (Betonung auf der zweiten Silbe: Pe-däll) erinnert an Squash, weil die Wände mitgenutzt werden, Pickleball wird auf kleineren Feldern gespielt. Beides sieht Rojzcyk als mögliche „kurzweilige Erweiterung“ zum Tennis. Und beides sei, heißt es auf diversen Internetseiten, relativ einfach zu lernen und könne auch Anfängern schnelle Erfolge bescheren.
Padel habe großen Zulauf und es kämen ganz andere Leute auf die Plätze, als bisher erreicht werden, sagt Rojzcyk, was er aus anderen Regionen gehört habe. Die Kosten für zwei Padel-Plätze könnten bei etwa 200.000 Euro liegen, überschlägt er. Ja, ein Risiko geht immer mit einer Investition einher, doch von den bei der Jahreshauptversammlung anwesenden Mitgliedern (über 600 sind es beim DTH insgesamt) gab es für die Erweiterung und die Planung der Padel- und Pickleball-Plätze grünes Licht.
Fotos: Jobst Christian Höche / dpa