Als ich zufällig von einem Sonnenblumenlabyrinth in der Nähe von Hameln lese, beginnen gerade die Sommerferien und neben mir sitzt ein gelangweilter Elfjähriger, weil all seine Freunde bereits in den Urlaub entschwunden sind. Dass daraus eine Dynamik entsteht und wir plötzlich Labyrinth- Fans und -Tester werden, hätte ich mir zu dem Zeitpunkt nicht träumen lassen. Mittlerweile haben wir rund um Hameln drei besondere Labyrinthe aufgetan, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die von uns bereits ausgiebig getestet wurden:
Das Sonnenblumenlabyrinth in Klein Hilligsfeld





Unser erstes Testobjekt in diesen Sommerferien, das Sonnenblumenlabyrinth in Klein Hilligsfeld, ist nah an Hameln gelegen und wunderschön, wenn die Sonnenblumen in voller Blüte stehen. Wir zahlen fünf Euro und haben damit den Eintritt für mich als Erwachsene (3€), den Eintritt für meinen Sohn Mads (1€) und eine Sonnenblume zum Mitnehmen (1€) abgedeckt. Bezahlt wird bar an einer kleinen Kasse am Eingang. Hier arbeiten wir uns vom Eingang durch Irrungen und Wirrungen bis in die Mitte. Dort findet ihr einen kleinen Aussichtsturm, von dem aus man einen großartigen Ausblick auf das gesamte Feld hat. Die Wege sind eng und verwinkelt, manche Sonnenblume ist so hochgewachsen, dass die Blüte auf den Weg hängt. Für uns hat das einen Hauch von Abenteuer! Achtung an Allergiker (wie mich): An dem Tag, als wir durch das Labyrinth gegangen sind, waren an jeder Blüte mehrere Bienen unterwegs. Hier ist also ein bisschen Vorsicht geboten. Und: Ihr müsst euch beeilen, wenn ihr noch in diesem Sommer in das Erlebnis dieses Labyrinths kommen möchtet, denn das Sonnenblumenlabyrinth ist nur noch bis Ende August geöffnet und wird danach abgemäht.
Das Maislabyrinth in Bad Münder





Dieses Labyrinth war der Favorit in unserem Test. Am gut sichtbaren Eingangsportal gibt es bar oder per Paypal die Familienkarte für 10€ (2 Erwachsene & 2 Kinder). Dazu kann man an einem Quiz teilnehmen, wobei es eine Variante für Erwachsene und eine Variante für Kinder gibt. Die Fragen zum Quiz findet ihr gut verteilt an den Wegen des Labyrinths. Außerdem sind an diversen Stellen Infoplakate zum Thema Maisanbau und -ernte aufgestellt, an denen eure Kids „aus Versehen“ auch noch etwas lernen können. Im Labyrinth gibt es drei verschiedene Wege, wobei zwei davon als leicht gelten und einer davon als schwer. Der schwere Weg hat wirklich nur eine einzige Möglichkeit, um zum Ausgang zu gelangen. Alle anderen Wege führen in Sackgassen. Natürlich haben wir diesen ausgesucht und wirklich eine ganze Weile im Labyrinth verbracht, bevor wir ans Ziel gelangt sind. An heißen Tagen empfiehlt es sich also etwas zu trinken mitzunehmen (Spoiler: hatten wir nicht und waren danach echt durstig!). Die Wege sind teils breiter und teils schmaler, außerdem gibt es an einigen Stellen besondere Attraktionen, wie ein altes, geparktes Auto oder ein Thron. Wie wir hinterher herausgefunden haben, bietet das Maislabyrinth in Bad Münder auch besondere Events an, wie zum Beispiel ein „Weintasting“, das „Horrorlabyrinth“ (ab 12 beziehungsweise ab 18 Jahre) oder auch das „Bierlabyrinth“. Zumindest das „Horrorlabyrinth“ ab 12 Jahren steht noch auf unserer To-Do-Liste. Noch bis Ende Oktober könnt ihr euch hier verirren, Rätsel raten oder euch gruseln.
Das Maislabyrinth in Wehrbergen






Ganz zufällig haben wir kurz nach den Sommerferien herausgefunden, dass es in Radfahr-Distanz zu Hameln auch noch das Maislabyrinth in Wehrbergen gibt. Von oben kann man hier deutlich den Schriftzug des zugehörigen „Hof Uhlit“ erkennen und auch das Konterfei einer Kuh. Meinem Sohn war es mit diesem Wissen schon vor unserer Ankunft ein großes Anliegen, einmal im Auge der Kuh zu stehen, von daher machten wir uns im Labyrinth sofort in die Richtung auf, in der wir dieses vermuteten. Die Tickets für das Labyrinth gibt es im zugehörigen Hofladen am Automaten. Wir haben 4€ für Erwachsene und 2€ für Kinder bezahlt. Das Labyrinth verfügt über sehr breite und gut ausgebaute Wege, so dass man hier tatsächlich auch mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl durchkommen würde (zumindest bei trockenem Boden). Für uns war es recht einfach wieder herauszufinden, aber probiert euch gern aus. Wir sind ja mittlerweile Profis! Dafür gibt es dann zum Abschluss noch leckeres Eis aus dem Hofladen. Auch dieses Labyrinth ist bis in den Oktober hinein geöffnet.
Fotos: Ines Krawinkel