Das Telefon klingelt. Ein Mitarbeiter der Hamelner Telefonseelsorge greift zum Headset, klappt das Mikrofon herunter. Per Mausklick nimmt er das Gespräch an. Am anderen Ende der Leitung beginnt eine Geschichte. Was folgt, ist ein Gespräch über Themen, die herausfordernd sind und im Alltag häufig keinen Platz finden. Nicht immer gebe es sofort Lösungen, erzählt uns das Team vom Hamelner Sorgentelefon an diesem Vormittag. Jedoch helfe es manchmal schon, die eigenen Gedanken aussprechen zu können und auf Verständnis zu stoßen. Dieses Engagement ist auch der neuen Vereinsvorsitzenden wichtig.

Seit dem 1. April ist Barbara Fahncke die erste Vorsitzende des Sorgentelefons in Hameln. Lange überlegen musste sie nicht, als sie gefragt wurde, ob sie das Amt übernehmen möchte. Für sie war schnell klar, dass sie diese wichtige Arbeit unterstützen möchte. Barbara bringt zudem viel Erfahrung mit, sie hat Soziale Arbeit studiert, viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet und darüber hinaus eine soziale Einrichtung geleitet. Auch im Ruhestand möchte sie sich weiterhin für andere Menschen engagieren und ihre Erfahrungen sinnvoll einbringen.



Das Sorgentelefon: Warum diese Arbeit so wichtig ist
Viele Menschen tragen Sorgen und Ängste mit sich, möchten sich jedoch Familie oder Freunden nicht anvertrauen oder haben niemanden mehr, an den sie sich wenden können. Barbara berichtet, dass Einsamkeit und soziale Isolation für viele zunehmend zum Problem werden. Die Gründe dafür seien vielfältig. „Die gesellschaftlichen Herausforderungen werden immer komplexer“, erklärt sie. Auch die zunehmende Digitalisierung spielt dabei eine Rolle. Zwar sind Menschen heute stärker vernetzt denn je, doch persönliche Begegnungen und echte zwischenmenschliche Kontakte kommen dabei oft zu kurz.
Barbara Fahncke: Auch Helfende brauchen Unterstützung
Auch für die Ehrenamtlichen ist diese Aufgabe nicht immer einfach. In den Gesprächen begegnen ihnen oft bewegende Schicksale und belastende Geschichten, mit denen sie verantwortungsvoll umgehen müssen. Bei Teamtagen, Veranstaltungen und im regelmäßigen Austausch finden sie Unterstützung und die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Darüber hinaus werden die Ehrenamtlichen durch einen Supervisor begleitet.


Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist zudem der Schutz der Ehrenamtlichen. Aus diesem Grund wird die genaue Adresse des Sorgentelefons nicht veröffentlicht. Die eingehenden Anrufe werden über eine zentrale Vermittlung weitergeleitet, sodass die Gespräche nicht einem bestimmten Standort zugeordnet werden können. Dadurch erreicht das Sorgentelefon Menschen aus unterschiedlichen Städten und Regionen.
Video: Zu Besuch beim Sorgentelefon Hameln
Der Einstieg in die ehrenamtliche Arbeit beim Sorgentelefon in Hameln
Wer Teil des Teams werden möchte, braucht vor allem Offenheit, Empathie und Freude am sozialen Engagement. Durch eine fundierte Ausbildung werden die Ehrenamtlichen anschließend auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Auch Barbara Fahncke betont noch einmal: das Ehrenamt steht grundsätzlich allen offen. Wer sich engagieren möchte, muss keinen bestimmten beruflichen Hintergrund mitbringen.
Hauptsache sie haben ein offenes Ohr für die Menschen, sie sind unvoreingenommen und wertschätzend.
Du möchtest selbst ehrenamtlich aktiv werden und Teil des Teams werden? Oder du suchst Unterstützung und ein offenes Ohr für deine Sorgen? Weitere Informationen zur Mitarbeit sowie die Kontaktdaten des Sorgentelefons findest du unter: sorgentelefon-hameln.de