Dominik Groenen: Auffallend. Anders. Erfolgreich.

Dominik Groenen hat über 13 Start-ups gegründet. Eines davon ist die Orangery. Das Ökosystem für Gründer und Unternehmer gibt es seit Ende 2019 auch in Hameln. Mit dem Konzept möchte Dominik andere Leute inspirieren, ihren Träumen zu folgen. So hat auch er es getan.

Wer mit Dominik Groenen spricht, hört das Tempo in seiner Stimme. Er bringt seine Aussagen klar auf den Punkt, beantwortet die Fragen strukturiert, mit Beispielen – und schnell. Die Art zu sprechen steht für die Lebensweise von Dominik Groenen, der im Alter von 38 Jahren mehr als 20 Jahre Erfahrung als Unternehmer vorzuweisen hat und Gründer von über 13 Start-ups ist.

Auffallend. Anders. Erfolgreich.

Ich kann nicht abschalten. Wenn es meine Frau nicht geben würde, würde ich vielleicht 24 Stunden durcharbeiten. Ich gehe in meinen Projekten total auf. Weil es mir einfach Bock macht. Ich liebe, was ich tue, jede einzelne Sekunde. Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, sehe ich tausend Sachen, die optimiert werden können. Das treibt mich an und lässt mich nicht zur Ruhe kommen.

Orangery in Hameln: Coworking-Space mit Charakter

Eines der Projekte von Dominik Groenen ist die Orangery. Das Unternehmen bietet flexible Arbeitsplätze, Besprechungsräume sowie eine Infrastruktur für Unternehmer und Gründer. Und das vor allem außerhalb der Großstädte. Die Orangery will beweisen, dass Erfolgsgeschichten nicht nur in Hamburg oder Berlin entstehen, sondern dass es auch in Regionen wie Hameln Potenzial für außergewöhnliche Projekte gibt. Nutzer können sich mit einem Tages-, Wochen- oder Monatspass Zugang zum Ökosystem sichern. Dazu kann die Orangery für Veranstaltungen gebucht werden.

Die Idee für das Konzept kommt Dominik Groenen vor ein paar Jahren. Zu dieser Zeit lebt er in Berlin, hat eine schicke Wohnung im Herzen der Hauptstadt, pendelt aber regelmäßig nach Hildesheim. Dort lebt seine Freundin, die inzwischen seine Frau ist. „Ich habe ein Jahr lang versucht, sie von Berlin als Wohnort zu überzeugen“, schmunzelt Dominik. Doch daraus wird nichts. Aus Liebe zieht er schließlich nach Hildesheim, schaut sich dort nach einem geeigneten Platz zum Arbeiten um. Im Technologiezentrum überzeugt ihn die Atmosphäre nicht. In einem stylischen Café gefällt es ihm schon besser, doch für vertrauliche Gespräche ist es dort zu laut.

Dominik Groenen liebt gutes Design – und innovative Ideen

Orangery-Gründer Dominik Groenen im Interview

„So ist die Idee entstanden, einen Platz zu schaffen, wo du arbeiten kannst – und wo junge Gründer und kreative Start-ups sich austauschen können und eine Fläche vorfinden, wo sie in Ruhe arbeiten können“, erklärt Dominik. Gute „Spaces“, wie er sagt, weiß Dominik Groenen zu schätzen. Er liebt Design, Innenarchitektur, hat einen hohen Anspruch an Ästhetik. Dazu hat er lange in den USA sowie in London gelebt – und lässt sich auf Reisen immer wieder in Hotels inspirieren. Sein Stil findet sich auch in den Räumen der Orangery wieder:

Den Wohlfühlfaktor geben einerseits das Farb- und Lichtkonzept, aber auch das Grünthema und entspannte Musik. Wir setzen auf Pflanzen und wollen eine chillige Atmosphäre schaffen. Einige Coworker sagen: Ich würde meinen Koffer mitbringen und sofort hier bei euch einziehen. Wir bekommen positive Bestätigung und merken, dass dieses Wohlfühlerlebnis stattfindet.

Dominik Groenen: „Bei meinem ersten Start-up habe ich vieles falsch gemacht“

Hameln ist nach Hildesheim der zweite Standort der Orangery. Weitere Städte sollen hinzukommen. Mittlerweile gibt es in Hildesheim sogar eine zweite Location – die Nachfrage habe sich immer weiter gesteigert: „Rund 18 Monate hat es gedauert, bis wir da angekommen sind, wo wir jetzt sind“, meint Dominik. Um innovative Konzepte durchzusetzen, brauche es auch Geduld. In Hameln entwickelt sich der Standort aus seiner Sicht gut: „Wir haben viele Events, die ersten Start-ups, einige Coworker mit Tagespässen.“

Orangery-Gründer Dominik Groenen im Interview

Regelmäßig in der Orangery ist zum Beispiel Thomas Schellenberg, Gründer des Getränke-Start-ups „HalQ’s Lowjito“. Sein Unternehmen ermöglicht Alkoholgenuss ohne Kohlenhydrate. Auch Cemil Teke, Gründer der Kaffeebar „Die Barista“ in Hameln, arbeitet im Coworking-Space in der Wittekindstraße, wenn er nicht hinter der Theke steht.

Orangery Places: Coworking auch in der Kaffeebar

In Zusammenarbeit mit „Die Barista“ treibt Dominik Groenen darüber hinaus das neue Konzept „Orangery Places“ an. In der Kaffeebar in der Bahnhofstraße wird ein Arbeitsbereich geschaffen, in dem Coworker und Gäste der Kaffeebar gleichermaßen arbeiten können – mit kabellosen Ladegeräten fürs Smartphone, Kopfhörern und weiterem technischen Equipment. „Wir wollen unseren Partnern in ruhigeren Geschäftszeiten Coworker zuführen und diesen wiederum die Möglichkeit geben, in cooler Atmosphäre noch flexibler zu arbeiten“, sagt Groenen. Mit dabei ist bislang auch das Restaurant „Monopol“ in der Deisterstraße.

„Das Geschäftsmodell orientiert sich an den Prinzipien von Airbnb und FlixBus: Wir arbeiten zusammen mit Locations, die uns nicht direkt gehören, die unseren Kunden aber einen Mehrwehrt bieten.“ Dominik Groenen möchte über das Orangery-Konzept seine Leidenschaft weitergeben, andere Leute inspirieren und motivieren, ihren Träumen zu folgen. So hat auch er es getan. Nach Ausbildung und Studium in den Bereichen Banking und Versicherung gründet er sein erstes Unternehmen – und fährt es gegen die Wand. „Ich habe wohl alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte“, erzählt er rückblickend.

Start-up gründen: Darum sind Fehler so wichtig

Der Unterschied war, dass ich dem Weg treu geblieben bin. In dem Moment, in dem du feststellst, dass du vier Jahre Leidenschaft in den Sand gesetzt hast, gibt es zwei Wege: Der eine Weg ist, dass du resignierst und ins Angestelltenverhältnis gehst. Oder du setzt dich hin, lässt die Dinge Revue passieren, schreibst dir deine Fehler auf – und machst es besser. Dafür habe ich mich entschieden, das nächste Start-up gegründet und es später verkauft.

Orangery-Gründer Dominik Groenen im Interview

Inzwischen kann er als Investor auftreten und die Projekte unterstützen, die ihn begeistern. Zum Beispiel die Marke „Born Originals“, die Sneaker individuell für Kunden gestaltet. Mario Götze und andere Promis haben sich Schuhe bereits von „Born Originals“ individualisieren lassen. An diesem Vormittag in der Orangery trägt auch Dominik Groenen solche personalisierten Sneaker. „#CEO, #Pioneer und #Leader“ steht in schwarzer Schrift auf dem gelben Logo – farblich abgestimmt auf den Oversize-Hoodie, der so etwas wie das Markenzeichen von Dominik Groenen ist.

Dominik Groenen ist auffallend anders

Er selbst würde sich als extravagant beschreiben. „Das spiegelt sich auch in meinem Kleidungsstil wider“, meint er. Provozieren will er damit nicht. „Das bin einfach ich“, meint der Kreativkopf. Vor einigen Jahren sei er gefragt worden, wer das Marketingkonzept für ihn geschrieben hätte. „Ein Konzept gibt es nicht, das hat sich einfach so entwickelt“, sagt er. Dominik hatte schon immer ein Faible für coole Kleidung. „Mit der Zeit entwickelst du eine Marke – und versuchst, die auch in andere Themen reinzubringen“, meint er.

Wenn Dominik Groenen neue Mitarbeiter einstellt, geht es ihm vor allem um eine Eigenschaft: „Ich brauche keine Leute, die alles abfeiern“, meint Dominik. „Ich brauche Leute, die ins Detail gehen und sagen, was sich anders und besser machen ließe. Leute, die mich herausfordern.“ Diese Herausforderungen liebt Dominik Groenen. Sie treiben ihn zu neuen Projekten.

Text: Moritz Muschik
Fotos: Tanja Dutton
Konzeptschmiede Hameln

Orangery

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