Nick March: Glücklich wie ein Honig­kuchen­pferd

Mit seiner Single „Honigkuchenpferde“ hat Nick March auf sich aufmerksam gemacht. Der Song hält sich über Wochen in der Deutschpop-Playlist von Spotify. Am 6. Dezember hat der Singer-Songwriter bei unserem Charity-Konzert gespielt.

Glücklich wie ein Honigkuchenpferd

An seinen ersten Auftritt kann sich Nick March noch gut erinnern. Er ist 14 Jahre alt, Schüler der KGS Salzhemmendorf und soll auf dem Schulfest spielen. Nick wird eingeplant, verpasst aber die Proben. „Das hatte ich irgendwie nicht auf dem Schirm“, schmunzelt er heute. Auf dem Schulfest begleitet er sich zu Elton Johns „Sorry seems to be the hardest word“ selbst am Klavier. „Ich glaube, ich war wirklich schlecht“, meint er. „Aber die Leute haben wohl den Mut gefeiert und ich dachte: Das fühlt sich gar nicht so schlecht an.“

Jahre später tourt Nick March mit seiner Musik durch Deutschland. Wenn der 28-Jährige nicht gerade allein mit Akustik-Gitarre und Loop-Station  auf der Bühne steht, wird er von seiner vierköpfigen Band aus Hamburg und Lübeck begleitet. Seiner Heimat ist er trotzdem treu geblieben. In den vergangenen fünf Jahren hat er auf so ziemlich jeder großen und kleinen Bühne in Hameln gespielt: ob in der Sumpfblume, in der Lalu Traumfabrik oder beim Pflasterfest.

Nick March: Mit seiner Single „Honigkuchenpferde“ wochenlang in der Deutschpop-Playlist

Mit Ausdauer und deutschen ehrlichen Songs spielt sich der Wahlhamburger in mehrere Tausend Herzen einer stetig wachsenden Fangemeinde. Nick March kann leise romantische Momente mit seinem Publikum zelebrieren, aber auch rocken. Ende April 2019 ist mit der Single „Honigkuchenpferde“ sein erster kleiner Achtungserfolg erschienen. Der Song hält sich für neun Wochen in der Deutschpop-Playlist von Spotify  und erreicht in weniger als zwei Monaten mehr als 100.000 Streams. Inzwischen sind es über 130.000 Streams.

„Ich bin natürlich total stolz, darf den Erfolg aber nicht überbewerten“, meint Nick und nimmt einen Schluck Pfefferminztee – mit Honig. Ist gut für die Stimme. Und schmeckt ihm einfach. Den Moment, in dem er erfährt, dass er es in die populäre Playlist geschafft hat, hat er noch genau vor Augen. „Ich bin keine Memme, aber ich bin ein emotionaler Mensch“, holt er aus und erzählt von dieser Nacht:

Nick March und der überraschende Besuch von Johannes Oerding

Es war irgendwie keine gute Woche. Es gab keine großartigen Reaktion auf den Release der Single. Ich habe nachts mein E-Mailkonto aufgerufen. Es war 1.38 Uhr. Dann lese ich, dass Spotify meinen Song zur Deutschpop-Playlist hinzugefügt hat. Ich dachte: Ist das nicht die Playlist, der 300.000 Leute folgen? Ich habe mich sehr, sehr gefreut. Ein paar Tränen habe ich verdrückt. Für mich, für jemanden ohne Label, war das ein riesengroßer Erfolg.

Nick March hat zwar kein eigenes Label, dafür aber einen namhaften Produzenten. Mark Smith begleitet nicht nur den Hamelner Singer-Songwriter, sondern auch Stars wie Johannes Oerding und Ina Müller. An den ersten Kontakt mit seinem Produzenten erinnert er sich noch gut:

Ich habe in Neumünster gespielt. Am nächsten Tag schrieb mich ein gewisser Mark Smith bei Facebook an. Jemand hätte ihm gesteckt, dass ich gespielt habe. Er fragte nach einem Treffen. Ich bin mit einer niedrigen Erwartungshaltung zu ihm gefahren und habe nach ein wenig Smalltalk ein paar meiner Songs vorgespielt. Der dritte Song war ‚Schwarz-Weiß‘, der gefiel Mark auf Anhieb. Wir haben ihn zusammen ein wenig umgeschrieben und sofort aufgenommen. Das wurde unsere erste Demo.

Darum holt Nick Künstler aus Berlin und Hamburg nach Hameln

Johannes Oerding hat Nick March inzwischen auch schon kennengelernt. Bei einem Tour-Konzert in Hamburg lässt ihn Produzent Mark Smith auf die Gästeliste setzen. Als der erfolgreiche Musiker durch die Tür kommt, spricht Nick gerade mit einem Tontechniker. Nick sagt: „Der Tontechniker schaute mich verwundert an: ‚Was ist denn?‘ Ich musste grinsen: ‚Johannes Oerding ist da!‘ Und er so: ‚Na und?‘“ Nach dem Gig tauscht sich Nick für anderthalb Stunden mit Johannes Oerding aus. „Es war richtig herzlich.“

Der frühere Bundeswehr-Soldat folgt seiner Leidenschaft, der Musik. Vor ein paar Jahren tauscht er das sichere Einkommen gegen Ungewissheit ein. Doch Nick sagt: „Es geht nicht darum, reich zu werden. Es geht darum, dass ich meinen Traum lebe.“ 2020 bringt er eine neue Platte heraus. Seine Tour startet am 21. März in der Lalu Traumfabrik in Hameln.

Über die Jahre hinweg hat Nick einige interessante Künstler kennengelernt. Davon profitiert nun auch seine Heimatstadt. „Ich dachte mir: Warum holst du sie nicht nach Hameln für ein exklusives Konzerterlebnis, das es in dieser Form vorher noch nicht gab?“

Charity-Konzert am 6. Dezember im Dewezet-Café

Das erste Konzert seiner Reihe „2-4-50 by Nick March“ spielt Revelle aus Berlin. „Es war unglaublich emotional, du konntest die Luft schneiden. Die Leute haben reihenweise geweint“, erzählt Nick. Beim zweiten Konzert im Café Zeitgeist in Hameln sorgt Benoby, ebenfalls aus Berlin, für emotionale Momente. „Ein sehr charmanter Typ mit tollen Texte, die teilweise auch sehr, sehr tief gehen.“ Die nächsten Künstler stehen auch schon fest: Es sind Miss Allie und Miu.

Das Besondere an der Konzertreihe: Die Zuhörer und Fans sollen sich komplett auf das Erlebnis einlassen. Gefilmt werden darf nicht. „Ich bin ein großer Fan davon“, meint Nick. „Plötzlich ist Ruhe, die Leute lassen sich auf die Musik ein. Es ist ein richtiges Erlebnis, fast schon wie bei einem Wohnzimmerkonzert.“ 

Nick beim Charity-Konzert: „Wir wollen zusammen etwas Gutes tun“

In ähnlicher Atmosphäre hat Nick March am 6. Dezember bei unserem 1. HamelnR Charity-Konzert im Dewezet-Café in Hameln gespielt. Zusammen mit ihm und dank der Unterstützung der Dewezet haben wir 1.000,-€ für den guten Zweck gesammelt. Vorab hat Nick betont: „Wir wollen zusammen etwas Gutes tun.“ Das haben wir gemeinsam geschafft.

Text: Moritz Muschik
Fotos: Chris Kursikowski
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