Ab dem 12. Dezember 2025 (Vorpremiere am 11. Dezember) kehrt das Erfolgsmusical „Die Päpstin“ für 19 Vorstellungen ins Theater Hameln zurück. Nach der gefeierten Neuinszenierung im vergangenen Jahr dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf musikalische Tiefe, neue Szenen, opulente Kostüme und ein Ensemble der Extraklasse freuen. Hameln ist dabei einziger Spielort Norddeutschlands – und für viele Fans längst ein fester Treffpunkt für hochkarätiges Musicaltheater in der Adventszeit.
Wie minutiös die Vorbereitungen in Fulda ablaufen, zeigt der folgende Einblick anhand eines Fragenkatalogs, den „spotlight musicals“ beantwortet hat – und der offenbart, mit welchem Aufwand, welcher Präzision und welcher Hingabe das Musical „Die Päpstin“ auf den Hamelner Spielplan zurückkehrt.
Wie laufen die Vorbereitungen in Fulda aktuell an?
Die Vorbereitungen für den Musical-Winter in Hameln sind schon vor dem Musical-Sommer in Fulda angelaufen. Viele wichtige Schritte wie die Vertragsverhandlungen mit den Darstellern beginnen bereits recht früh und sind zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen. Nun heißt es, das übrige Team, das hinter den Kulissen mitwirkt, final zusammenzustellen. Parallel stehen nun viele kleinere, aber entscheidende „To Dos“ auf der Liste. Das Programmheft wird vorbereitet, die Unterbringung und Verpflegung wird geplant, auf Social Media haben wir in den vergangenen Wochen die gesamte Cast vorgestellt. Für die Kinder, die kürzlich gecastet wurden, muss die Einwilligung beim Regierungspräsidium eingeholt werden, damit sie in der Show mitwirken dürfen. Essenziell ist schließlich die Planung für den Aufbau und die Probenzeit, damit später alles rechtzeitig für die Preview fertig ist. Im Großen und Ganzen schreiten die Vorbereitungen sehr gut voran.
Welche Gewerke sind gerade am stärksten eingebunden?
In den technischen Gewerken sowie Kostüm und Maske ist es um die „Päpstin“ gerade eher ruhig. Hier werden teilweise Reparaturen oder Änderungen vorgenommen oder die Einrichtung im Theater geplant. Richtig rund geht es da aber erst wieder Ende November, wenn für Hameln gepackt wird. Mit dem Musical-Winter Hameln ist gerade also vor allem das Team im Büro beschäftigt.

„Die Technik reist mit sechs LKW von Fulda nach Hameln an. Neben dem Bühnenbild befinden sich die Kostüme, die Schneiderei, Licht- und Tontechnik und die Maske verpackt in speziellen Tourcases in den LKW. Während in Fulda die Päpstin mit acht frei beweglichen Türmen gespielt wird, müssen wir in Hameln mit zwei Türmen weniger auskommen. Die Tiefe der Bühne lässt mehr leider nicht zu. Im Stück merkt man diese Reduktion kaum, lediglich die Bühnentechnik muss ein paar Umbauten anpassen“, sagt der technische Leiter Martin Dölle
Die Kostümabteilung reist für die Produktion mit eigenen Waschmaschinen, einem Ozonschrank sowie der kompletten Schneidereiwerkstatt an, um nicht nur die von Claudio Pohle entworfenen, individuell maßangefertigten Kostüme vor der Premiere fertigstellen zu können, sondern während der Spielzeit Kostüme reinigen und reparieren zu können.
Ensemble & Proben: Wann und wo kommen die Darstellerinnen zusammen?
Da wir in diesem Jahr sehr viele Darstellerinnen haben, die die Neuinszenierung bereits in Fulda oder Hameln gespielt haben, werden die Darsteller erstmals Anfang Dezember in Hameln aufeinandertreffen. Der Fokus liegt dann darauf, die neuen Kollegen einzuproben und das Stück auf die Hamelner Theaterbühne anzupassen, die etwas kleiner ist als die Fuldaer Bühne.
Wie werden die Kinder aus der Region (Rolle „junge Johanna“, 9–12 Jahre) eingebunden – Ablauf der Workshops, Proben mit den Profis?
Wir haben in diesem Jahr das Glück, dass wir zwei Mädchen haben, die im vergangenen Jahr bereits die Rolle der kleinen Johanna verkörpert haben. Auch wenn es ein paar Änderungen im Stück gibt, die auch die Mädchen betreffen, hilft es ungemein, wenn Kinder dabei sind, die einen Teil der Szenenabläufe bereits sehr gut kennen und man darauf aufbauen kann. Die genaue Probenplanung für unsere Kinder steht noch nicht fest. Das ist einer der Punkte, die wir noch auf unserer Agenda für die kommenden Wochen haben.
Kostüme & Ausstattung: Umfang der Kostüme/Masken/Requisiten – was reist mit?
Im Musical „Die Päpstin“ haben wir viele verschiedene Schauplätze und Szenen. Seien es die Feierlichkeiten in Dorstadt, das Kloster in Fulda oder später die wechselnden Schauplätze in Rom. Das führt dazu, dass jedes Castmitglied mehrere Kostüme hat. Auch für alle Cover und Swings müssen sämtliche Kostüme, die sie unter Umständen in der Show benötigen, bereitgehalten werden. So kommen über 400 Kostümteile und etwa 70 Paar Schuhe mit nach Hameln. Für die schnellen Kostümwechsel sind bei jeder Vorstellung fünf Dresserinnen im Einsatz, damit alle Kostümwechsel zur richtigen Zeit, am richtigen Platz und natürlich mit dem richtigen Kostüm erfolgen.

Da bei dieser Produktion viele Darstellerinnen mit Eigenhaar spielen, ist die Anzahl der benötigten Perücken überschaubar. Mit am aufwendigsten ist das Maskenbild für Johanna. Sie wird in der Show gleich mehrere verschiedene Perücken tragen.
Arbeiten Schneiderinnen/Kostüm und Maske vor Ort in Hameln mit?
Der Aufwand für unsere Masken- und Kostümabteilung hängt bei einer Wiederaufnahme immer stark davon ab, wie viele Castwechsel es gibt. Wenn neue Darstellerinnen zur Show hinzukommen, wird immer geschaut, welche Kostümteile oder Perücken sie gegebenenfalls von ihren Vorgängern übernehmen können und welche komplett neu angefertigt werden müssen. Anhand der Maßlisten und Fotos, die uns vorab von den Darstellerinnen vorliegen, werden dann entsprechend Kostüme oder auch Perücken vorbereitet.
Der finale Schliff kann dann aber erst vor Ort bei der Anprobe erfolgen, weshalb in der ersten Woche mehr Schneiderinnen und auch Elke Quirmbach, die für das Maskenbild verantwortlich ist, vor Ort sind. Aber auch danach sind zwei Schneiderinnen und Maskenbildner*innen vor Ort, um die Shows zu betreuen.
Atmosphäre & Zusammenarbeit: Was schätzt „spotlight musicals“ an der Zusammenarbeit mit Theater Hameln und der HMT – Jahr für Jahr?
Wir arbeiten schon so lange mit der HMT zusammen, dass es sich manchmal schon so anfühlt, als wären wir ein Team, das einfach nur an zwei verschiedenen Standorten sitzt. Das hilft sowohl bei der Vorbereitung als auch Durchführung der Shows ungemein, weil wir genau wissen, mit welchem Anliegen wir zu wem kommen können, wie die Abläufe sind, etc. – nicht umsonst sprechen wir hier oft schon von unserer „zweiten Heimat“. Es ist immer wieder schön, nach Hameln zu kommen und zu sehen, wie viel Begeisterung das gesamte Team der HMT für den Musical-Winter mitbringt und wie sie das Publikum und uns mit offenen Armen und viel Freude empfangen.
Was sind die Unterschiede zwischen dem Musical-Sommer in Fulda und dem Musical-Winter in Hameln?
Man könnte meinen, der offensichtlichste Unterschied sei die Jahreszeit – Sommer hier, Winter dort. Tatsächlich liegt der Unterschied für uns aber vor allem in der Struktur, im Standort und in den Kooperationen vor Ort.
Der Musical-Sommer Fulda ist für uns ein echtes Heimspiel: spotlight musicals ist in Fulda fest verwurzelt – nicht zuletzt, weil sowohl Produzent Peter Scholz als auch Komponist Dennis Martin hier aufgewachsen sind. Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Fulda als Kooperationspartner und unsere Rolle als Veranstalter ermöglichen es uns, sämtliche Prozesse zentral zu steuern.
In Hameln ist die Ausgangslage eine etwas andere: Hier sind wir nicht selbst Veranstalter, sondern arbeiten eng mit der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) zusammen, die viele organisatorische Aufgaben oder auch das Ticketing übernimmt. Das erfordert eine enge und reibungslose Abstimmung zwischen beiden Teams – was dank unserer langjährigen Zusammenarbeit sehr gut funktioniert.

Für das Publikum macht sich der Unterschied zwischen den Veranstaltungsreihen vor allem in den Rahmenbedingungen bemerkbar: Der Musical-Sommer Fulda ist eingebettet in ein großes touristisches Sommerangebot mit Stadtfesten, Open-Air-Veranstaltungen und historischen Kulissen. In Hameln hingegen erlebt man unsere Produktionen zwar auch in historischer Kulisse, aber im winterlichen Ambiente – ein Musicalbesuch lässt sich hier wunderbar mit einem Weihnachtsmarkt-Bummel oder einem winterlichen Kurzurlaub verbinden.
Zudem erfordern Gastspiele wie in Hameln eine aufwendigere Vorplanung: Personal- und Materialeinsatz müssen im Vorfeld exakt koordiniert werden, da wir nicht wie in Fulda kurzfristig auf unser zentrales Lager und unsere Infrastruktur zugreifen können. Trotz aller Unterschiede verbindet beide Veranstaltungsorte etwas Entscheidendes: die Leidenschaft für hochwertiges Musicaltheater, ein begeisterungsfähiges Publikum – und zwei wunderschöne Städte, die den Musical-Ssommer wie den Musical-Winter mit Herz und Engagement unterstützen.
Ausblick 2025 (Weiterentwicklungen gegenüber 2024): Welche konkreten Updates/Neuerungen plant ihr (szenisch, musikalisch, dramaturgisch, technisch)?
„Das Jahr nach einer Neuinszenierung ist bei uns immer spannend. Zum einen kann man meist gar nicht alle Ideen im ersten Jahr umsetzen, zum anderen entstehen während der Spielzeit auch neue Ideen – so auch bei der ,Päpstin‘. So kann sich das Publikum auf eine neue Szene, neue Choreografien, aber auch Neuerungen beim Bühnen- und Kostümbild freuen“, sagt Produzent Peter Scholz.
Fotos: spotlight musicals