HamelnR des Monats: Event-Manager Stefan Barkow arbeitet nicht nur in Hameln, sondern auch auf Kreuzfahrtschiffen

Unseren HamelnR des Monats kennt man in der Rattenfängerstadt und Umgebung: Stefan Barkow organisiert eine Vielzahl an Veranstaltungen und tummelt sich auch auf Kreuzfahrtschiffen. Was er dort macht, hat er Autorin Ines Krawinkel erzählt.

An einem regnerischen Wochenende sitzen Stefan Barkow vom „Event Team Hameln“ und ich bei selbstgemachter Limonade und Milchcafé im „Café am Ring“ in Hameln. Während es draußen vor sich hin nieselt, erzählt mir Stefan von der warmen Heimat seines Vaters, der als Gastarbeiterkind aus Santander in Nordspanien ins beschauliche Walsrode kam und dort seine Mutter kennenlernte. Stefans Mutter zog es dann in den späten 70ern als Gastronomin nach Hameln, wo sie viele Jahre das bekannte „Brecke Bräu“ führte. Somit wurde Stefan die Gastronomie quasi in die Wiege gelegt.

Er war 1988 gerade einmal 18 Jahre alt, als er zusammen mit seiner Mutter seine erste Kneipe, das „Journal“, in unserer Kleinstadt eröffnete. 1990 zog es ihn aus Hameln weg. Er verbrachte fast 3 Jahre Jahre bei seinen Großeltern in Spanien. „Ich bin gern in Hameln und bin bewusst nach dieser Zeit zurückgekommen“, sagt er, „Wir leben einfach in einer süßen, kleinen Stadt. Ich mag es, dass hier jeder jeden über drei Ecken kennt oder kennenlernen kann.“

Mitte der 90er Jahre, nach seiner Rückkehr, eröffnete er das „Colohr“ im Örtchen Ohr, dessen buntes Logo man schon von der Hauptstraße aus sah. Zur Jahrtausendwende führte er dann ein kleines Café im Ohrbergpark. Aber Stefan ist ein Tausendsassa und ein vielseitiger Mensch: Kneipenbesitzer, Cafébetreiber und dann begann er neben seiner Zeit in den Locations erste Events zu organisieren.

Die Millennials unter uns erinnern sich vielleicht noch an die „First Contact Raves“ im Hefehof, bevor dieser umgebaut wurde. Auch hinter denen steckte Stefan. „Wir haben 2010 nochmal ein Comeback der früheren Techno-Partys in einer Lagerhalle in der Hamelner Südstadt gewagt. Das war aber eher ein Reinfall!“, lacht Stefan, „Es gab Probleme mit dem Strom. Dann hat ein Elektriker auch noch einen Kurzschluss verursacht und ein ganzer Floor lag ohne Musik im Dunkeln. Gott sei Dank hatten wir noch eine zweite Area, aber in der wurde es dann etwas eng.“ Solche Rückschläge kommen auch mal vor, aber halten jemanden wie Stefan nicht davon ab, weiterzumachen.

Diese Stars holte Barkow nach Hameln

Auch bei den großen Hamelner Veranstaltungen fehlt Stefan mit seinem Team nie. Drei Jahre organisierte er um den Jahrtausendübergang das Altstadtfest in der Hamelner Innenstadt, das wir heute als Pflasterfest kennen. Oder auch das Landesturnfest 2004, welches die gesamte Innenstadt mit unzähligen Bühnen zu einem Festivalgelände verwandelte. Zu diesem Fest ließ Stefan eine Kartbahn in der Mühlenstraße aufbauen, aufgetreten sind damals unter vielen anderen die One-Hit-Wonder Las Ketchup, die Band Juli, die gerade ihren Durchbruch mit „Die perfekte Welle“ hatte und auch Castingshow-Gewinner Martin Kesici. Dazu kamen große Firmenevents wie die Eröffnung des Hamelner Bahnhofs oder 125 Jahre HWG im Bürgergarten. Später eröffnete er zudem noch einen Verleih für Hüpfburgen und anderes Equipment für Events mit Kindern.

2014 war er erstmals mit einem kleinen Stand auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt dabei und übernahm die Getränkekreation „Heiße Oma“ – wie auch die Bude – von seinem Vorgänger. Drei Jahre später vergrößerte er mit „Freverts Brutzelhütte“ seinen Stand und konnte nun Getränke und Essen anbieten. Im letzten Jahr kam dann noch die „Knödel Liesel“ mit hausgemachten Knödelvariationen dazu. Aktuell feilt Stefan an dem Umfang und Design seiner Bude für den Weihnachtsmarkt 2026. Dazu wird der Stand aktuell in einer Lagerhalle auf- und auch umgebaut. Sogar am Tag unseres Interviews kommt Stefan direkt aus der Halle ins Café. Nach dem Weihnachtsmarkt ist also vor dem Weihnachtsmarkt, wer hätte das gedacht?

Ein durchaus außergewöhnliches Hobby

„Ich hab da noch ein ganz anderes Hobby“, schmunzelt Stefan, als ich ihn frage, was er über Veranstaltungen und Gastronomie hinaus noch so mache. „Ich bin viel auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs und warte die Hängematten!“ Kurz frage ich mich, ob er mich gerade aufs Korn nehmen will. Aber dann erzählt er mir, wie er bei einer Landpartie, bei der er natürlich mit einem Essens- und Cocktailstand vertreten war, mal ein Unternehmerpaar kennenlernte, Hängesessel und Hängematten produziert. Sie baten ihm kurzerhand einen Auftrag als Techniker für die Installation von Hängematten auf einem Kreuzfahrtschiff an. Und so fand sich Stefan plötzlich für den ersten dieser Jobs in einem Schiffsdock in Nagasaki, Japan, wieder. Später folgten Aufträge auf Schiffen in der Karibik oder Norwegen. Das Leben geht doch manchmal verrückte Wege. Aber ich würde mal sagen: Es hätte schlechter laufen können!

Stefan ist vielseitig, aber auch an den Menschen in seiner Stadt interessiert. Über die Jahre hat er neben den allgemeinen Events auch einige Benefits-Veranstaltungen organisiert. Zum Beispiel als die Jugendwerkstatt abbrannte und er ohne eigenen Verdienst ein Konzert auf die Beine stellte, um Geld für den Wiederaufbau zu sammeln.

Und was hat er als nächstes vor? Na, neben dem Sommerkino im Bürgergarten, das Stefan bereits seit 25 Jahren organisiert, und neben dem Weihnachtsmarkt plant er gemeinsam mit dem Monopol noch ein weiteres Event für den kommenden Winter. Im Februar 2027 wird es auf dem Gelände des „Strike“ eine 500 Quadratmeter große Eislaufbahn mit winterlicher Gastronomie geben, das „Hamelner Eisvergnügen“. Man darf also gespannt sein!

Aber vorher muss unser HamelnR des Monats erst noch nach Barbados fliegen. Es gibt da wieder ein Kreuzfahrtschiff, dessen Hängematten einer Überholung bedürfen.

Fotos: Ines Krawinkel / Stefan Barkow / Catrin Roerig / Hanna Schaper

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