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Zuhause in der Kunst: Berthold Tschauder lebt in seiner „Planet-News-Galerie“ in Hameln – uns hat er sein Atelier gezeigt

Berthold Tschauder ist Künstler und ehemaliger Schlagzeuger der Hamelner Kultband „Consul Crayfish and the Blackouts“. Zwischen seiner Kunst lebt er zurückgezogen in einer Wohnung an der Walkemühle in Hameln, die gleichzeitig sein Atelier ist. Unserer Supporterin Adriane Hochmann hat er für eine Homestory sein Zuhause gezeigt.

Pinsel und Farben reihen sich fein säuberlich in der Künstlerwerkstatt von Berthold Tschauder aneinander. „Planet-News-Galerie“ hat er in heller Schrift auf einem roten Aufsteller geschrieben, den er selbst bemalt hat – so wie fast alles in seinem Zuhause. Die Wände sind mit Kunstwerken geschmückt, Säulen mit Mustern verziert, auf dem Boden liegen Perserteppiche. Für Berthold Tschauder ist seine Wohnung eine Wohlfühloase und Inspirationsquelle zugleich. Unserer Supporterin und Interior Designerin Adriane Hochmann hat er sein Zuhause gezeigt.

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Das ist Interior Designerin Adriane Hochmann

Adriane Hochmann gehört zu unserem Supporter-Team und ist Expertin für individuelle Einrichtungsberatung. Mit ihrem Studio MHoch² ist sie als Interior Designerin Ansprechpartnerin für Privatpersonen und Unternehmen, die Wert legen auf eine charakterstarke Einrichtung. Im Rahmen unserer neuen Serie zeigt sie, wie Menschen aus Hameln und Umgebung wohnen – und präsentiert darüber sowohl interessante Einrichtungskonzepte als auch die Persönlichkeiten dahinter. 

Der ehemalige Schlagzeuger der Hamelner Kultband „Consul Crayfish and the Blackouts“ lebt seit mehreren Jahren zurückgezogen. Er sagt: „Obwohl ich in der Stadt wohne, versuche ich, mich von der Außenwelt in weiten Teilen abzuschotten. Meine Kunst wurde oft missverstanden.“ Dann fügt er hinzu: „Ich brauche keine Anerkennung der Gesellschaft.“ Dabei ist es auch die Gesellschaft, mit der sich Berthold in seiner Kunst unter anderem auseinandersetzt. Auf einem Bild in der Ecke seines Ateliers steht: „Wenn wir so weiter machen, werden wir feststellen, dass wir Geld und Autos nicht essen können.“

Berthold Tschauder sagt: „Die Symbole in meiner Kunst sind Abbildungen meiner Seele“

Sein Kunststil ist der Symbolismus. Das spiegelt sich in Form von Texten und Symbolen in seinen Gemälden wider. Er sagt: „Die Symbole sind Abbildungen meiner Seele und gleichzeitig Selbstportraits.“ Berthold selbst ist sehr gläubig und dabei der Überzeugung, dass es nicht die eine Religion gibt. In seiner Wohnung steht ein Altar mit unterschiedlichen Figuren.

Seit 1984 lebt er zur Miete in den Räumen an der Walkemühle in Hameln, wird auch von Freunden unterstützt. Sein Atelier, die Planet-News-Galerie, befindet sich im Obergeschoss, das zugleich seine Wohnung ist. Früher war seine Kunst ausschließlich im Obergeschoss zu finden. Inzwischen reicht der Platz dort für die ganzen Kunstwerke nicht mehr aus. Über 2.000 von ihnen dürften es inzwischen sein.

So greifen Kunst und Einrichtung bei Berthold Tschauder ineinander

Seine Kunst ist dabei untrennbar mit seinem Einrichtungsstil verbunden. Auf der einen Seite schmücken die Gemälde und Skulpturen seine Wände und Räume. Auf der anderen Seite ist seine Einrichtung sehr zweckmäßig und praktisch ausgewählt – es muss gut zu handhaben sein, Dinge möchte er schnell wiederfinden können. Dabei liebt er die Ordnung, sortiert alphabetisch, numerisch. Das Ordentliche, so sagt er, hat er von seiner Mutter, das Handwerkliche von seinem Vater.

Die Ordnung in seinem Atelier passt dabei zur inneren Einstellung von Berthold. Er erzählt uns: „Ich beschäftige mich mit Zen, schon immer. Ich habe das Gefühl, dass es mir guttut. Für mich bedeutet es, die göttliche Ordnung auf Erden sichtbar zu machen.“ Innere Ruhe durch äußere Ordnung – das spiegelt sich auch in seinem ritualisierten Tagesablauf wider: „Morgens stehe ich um halb fünf auf. Dann maloche ich bis 18 Uhr und schaue nach Feierabend meine Sendungen, oft auf Arte.“

Künstler Berthold Tschauder führt einen reflektierten Lebensstil

Berthold hat ein Händchen dafür, alte Dinge neu zu betrachten, ihnen eine neue Funktion zuzuführen und aus Altem etwas Neues zu schaffen. Seine Wohnung besteht überwiegend aus alten Trödelsachen, die er gesammelt oder gekauft hat. Einige Möbel hat er aufgewertet, neudeutsch würde man „Upcycling“ sagen. Wenn er neue Sachen kauft, achtet er darauf, dass sie zur Planet-News-Galerie passen.

Einen Lieblings-Einrichtungsgegenstand hat er nicht. Als er uns durch sein Atelier führt, sagt er: „Alles, was ich euch zeige, ist für mich superwichtig.“ Wenn er nicht in der Werkstatt ist, setzt er sich ins Obergeschoss – und schreibt. „Über alles, was ich im Kopf und in der Seele habe, was mich berührt, belastet. Das ist eine Art Selbstreinigung, wie eine Therapie“, sagt Berthold. Er führt ein sehr reflektiertes Leben. Bei unserem Besuch hat er uns mitgegeben, immer an einer Sache dranzubleiben – unabhängig davon, was andere darüber denken. Diese Einstellung zeigt sich auch in seiner Wohnung. Seine Wohlfühloase und Inspirationsquelle.

Fotos: Catrin Rörig

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